Zu krank für Freunde?

Nachdem ich mich in meinem Beitrag Zu krank für Kinder? damit beschäftigt habe, ob ich zu krank für Kinder sei, möchte ich mich heute mit der Frage beschäftigen, ob ich zu krank für Freunde bin. Das hört sich erst einmal hart und weit hergeholt an, doch ich möchte euch von meinen Erlebnissen mit meinem ehemaligen Freundeskreisen berichten.

Schon in meiner Kindheit und Jugend fiel es mir sehr leicht, neue Freundschaften zu schließen, jedoch hatte ich große Probleme, diese aufrecht zu erhalten. Zum einen tat ich mich schwer damit, mich regelmäßig zu melden und diese Freundschaften zu pflegen. Zum anderen habe ich Freundschaften oft selbst boykottiert, zum Beispiel durch Lästereien und inszenierte Streitigkeiten, sobald es zu gut lief und es mir zu eng wurde. Danach fühlte ich mich jedoch immer sehr schlecht. Folge waren immer wechselnde Freundeskreise und später fast ausschließlich oberflächliche Freundschaften, eher Bekanntschaften.

Ich wusste nie, worin mein destruktives, ja fast asoziales Verhalten begründet ist. Ich dachte einfach ich sein ein unsozialer Mensch. Heute nach vielen Therapien und Wissen über meine Krankheiten weiß ich, dass die Ursache mit meiner Vergangenheit zusammenhängt. Durch die traumatischen Erlebnisse in meiner Kindheit habe ich eine sogenannte Beziehungsstörung entwickelt, die es mir unheimlich schwer macht, Beziehungen zu anderen Menschen aufzubauen und vor allem zu halten.

Vor zwei Jahren dachte ich, ich hätte mir wieder einen recht guten Freundeskreis aufgebaut. Ich habe mich nach meiner Schulzeit und in meiner Ausbildung verändert, bin erwachsener und reifer geworden. Ich habe mich regelmäßig bei meinen Freunden gemeldet und versucht die Freundschaften nicht zu boykottieren. Dies ist mir gelungen und somit hatte ich ein gutes Gefühl, was die Qualität meiner Freundschaften betraf.

Dann kam mein totaler Zusammenbruch, von dem ich bereits in diesem Blog berichtet habe. Die Symptome meiner Krankheiten wurden immer schlimmer. Ich konnte nicht mehr arbeiten und wurde schwer depressiv. Alles endete in einem Suizidversuch. Danach kamen Intensivstation und geschlossene Psychiatrie. Ich muss dazu sagen, dass ich meinen Freunden nie von meinen Traumata und meinen Erkrankungen erzählt habe. Somit kam dies für alle sehr überraschend und sie konnten es sich nicht erklären. Ich kontaktiere meine Freunde und fragte, ob sie mich besuchen könnten oder Zeit hätten zu sprechen. Eine einzige meiner Freunde besuchte mich ohne auch nur kurz zu Zweifeln und war in dieser schweren Zeit bis heute für mich da. Meine beste Freundin. Die anderen haben sich teilweise gar nicht mehr gemeldet oder mir geschrieben, sie könnten damit nicht umgehen und hielten es für das Beste, den Kontakt abzubrechen. Keiner von ihnen hat persönlich mit mir gesprochen.

Genau in dieser schweren Zeit hätte ich meine Freunde am dringendsten gebraucht. Ich hatte gehofft sie wären für mich da, so wie ich auch immer für sie da war und gewesen wäre.

Ich verstehe, dass Menschen mit so einer Situation, vor allem mit einem Suizidversuch überfordert sind. Dass sie nicht wissen, wie sie mit einem umgehen sollen und Angst haben. Wenn sie geschlossene Psychiatrie hören, schießen ihnen direkt Bilder von hoch psychotischen Menschen in den Kopf, da sie es so von den Medien und Erzählungen suggeriert bekommen und es einfach nicht besser wissen. Dafür habe ich wirklich vollstes Verständnis. Jedoch habe ich gehofft, dass sie ihre Sorgen und Zweifel mir gegenüber thematisieren. Diese hätte ich ihnen dann nehmen können. Meine beste Freundin hat mich in der geschlossenen Psychiatrie besucht und mich mit einer Wärme und Liebe behandelt, die einmalig war. Sie hat mir Fragen gestellt und ihre Sorgen kommuniziert. Sie hat sich in meinen Augen wie eine Heldin verhalten und dafür bin ich ihr bis heute dankbar.

Meine Familie und Mitpatienten, sowie die Therapeuten sagten mir, in solchen schweren Zeiten kristallisiert sich klar heraus, wer deine wahren Freunde sind. Wer zu dir hält, wenn du am Boden liegst und wer dir hilft wieder aufzustehen. Zum Teil sehe ich das genauso. Ich glaube es waren keine tiefen Freundschaften, sondern eher Bekanntschaften, die nur Wert auf die lustige und verrückte Silvana gelegt haben.

Trotzdem gibt es diese Tage, an denen ich mich frage, ob ich nicht zu krank für Freundschaften bin. Ob ich nicht eine zu große Belastung für Freunde bin.

Ich bin kein einfacher Mensch. Man muss viel Rücksicht auf mich nehmen und Geduld mit mir haben. Es kommt vor, dass ich Verabredungen kurzfristig absagen muss, weil es mir schlecht geht. Ich habe starke Stimmungsschwankungen. Ich kann an vielen Dingen nicht teilnehmen, wegen meiner Ängste und Panikattacken. Ich bin immer noch nicht der Meister, des regelmäßigen Meldens und Anrufen. Damit Menschen diese Verhaltensweisen verstehen und nicht als Desinteresse und Abweisung bewerten, muss ich mit offenen Karten spielen und über meine Krankheiten sprechen. Ich habe aber Angst, die Menschen zu belasten und zu überfordern. Auch habe Angst vor Zurückweisung und dass man möglicherweise nur noch das Opfer und die Krankheiten in mir sieht. Das möchte ich keinem zumuten.

Mittlerweile habe ich vier Menschen, die über alles Bescheid wissen und die ich wirklich meine Freunde nennen kann. Die mit mir und allem was zu mir gehört umgehen können und mich als ganzen Menschen lieben und schätzen. Die zum Beispiel nicht sauer sind, wenn man mal länger nichts von mir hört oder ich kurzfristig absagen muss. Sie haben Geduld und viel Verständnis und sehen vor allem meine positiven Eigenschaften. Wir sehen uns nicht oft, aber immer wenn wir uns treffen freuen wir uns aufeinander und haben eine tolle Zeit zusammen. Ich weiß, dass sie immer für mich da sind, denn das haben sie schon oft bewiesen. Ich liebe meine Freunde und sie wissen, dass auch ich immer für sie da bin, egal was passiert.

Freundschaften sind also auch für mich möglich.

Dennoch weiß ich nicht, ob ich jemals einen größeren Freundeskreis haben werde und ob ich das überhaupt will.

Bin ich also zu krank für Freunde?

Objektiv und rational würde ich sagen nein. Es ist vielleicht komplizierter, aber zu krank bin ich nicht.

Emotional sieht es an manchen Tagen anders aus. Da überwiegen die Zweifel, Ängste und Sorgen.

Ich bin wie ich bin und es gibt Menschen, die mich so annehmen und lieben. Nicht viele, aber es gibt sie!

Danke.

Eure Silvana

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52 Gedanken zu “Zu krank für Freunde?

  1. Maddin schreibt:

    Du hast die Frage schon selber beantwortet: du hast Freunde, also bist du nicht zu krank für Freunde. Gibt es das denn überhaupt? Und wenn es nur einer wäre – diese Freundschaft wäre wertvoller als tausend gute Bekannte.

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  2. Michi schreibt:

    Ich glaube nicht das du zu krank für Freunde bist, denn du hast ja 4 gute Freunde die dich nehmen so wie du bist und du fühlst dich widerum sehr wohl mit ihnen. Ich kenne deine Probleme sehr gut und auch ich habe eigentlich nur 4 gute Freunde, ansonsten einige Bekannte und Nachbarn. Mein Therapeut sagt immer „Schauen sie was mit wem geht“ Ein einziger Freund kann all deine Wünsche und Bedürfnisse nicht stillen und jeder hat seine Stärken und Schwächen. Du wirst in deiner Therapie sicher noch einige Erfolge haben weil du mitarbeitest und an deiner Entwicklung arbeitest, was dich beziehungsfähiger machen wird. Ein großer Freundeskreis kann auch sehr stressig sein und von wenig Qualität für dich und die anderen. Du machst das schon liebe Silvana ♥

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  3. diagnosedepressionen schreibt:

    Liebe Silvana, das waren wieder Zeilen, die auch auf mich vollstens zutreffen. Ich hatte auch immer einen großen Bekanntenkreis, aber von „Freunden“ war in Zeiten, als es wirklich mal brenzlig wurde, nicht mehr viel zu sehen. Und dabei meine ich keine Krankheit als Thema, sondern ein Fiasko während der Selbständigkeit meines Mannes. Das ist schon ganz lange her, uns ging es dadurch finanziell richtig mies. Darüber hätte ich gerne mit meiner ach-so-tollen Freundin geredet. Ich glaube auch rückblickend nicht, dass ich sie damit irgendwie überfordert habe. Ich hatte eben nur gehofft, dass sie mir zuhört. Jedoch hat sie mir gleich ins Gesicht gesagt, daß sie damit nicht umgehen kann. Seitdem hat sie sich nie wieder gemeldet. Wenn wir uns heute begegnen, grüßen wir uns nicht. Na was war’n das dann aber für eine Freundschaft??? Ich habe mit noch zwei Leuten, die mir einmal sehr wichtig waren, ähnliches erlebt und keinen Kontakt mehr. Ich bitte Dich, die vier Menschen, die Du hast, wertzuschätzen, Du scheinst ein toller Mensch zu sein, sonst wärst Du denen doch egal. Das ist wichtig! Und die, die Dich eben nicht so wollen, Wie Du bist, lassen es bleiben, so einfach ist das! Eine schmerzhafte Erfahrung unbestritten, aber bitte akzeptiere, daß das an deren Oberflächlichkeit liegt und garantiert nicht an Dir!!!

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  4. Glück+Achtsamkeit schreibt:

    Wünsch Dir alles Gute mit deinen Freundschaften…mit der Lebenserfahrung wird es leichter, ist meine Erfahrung! Habe auch immer wieder Freundschaften verloren, teilweise später den Kontakt wieder knüpfen können, es ist kompliziert…wenn es schwierig ist, liegt es immer an beiden Seiten, nie nur an einer…

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  5. christoph1956 schreibt:

    Hallo Silvana, eine sehr gute Frage hast du da gestellt. Aus meiner Sicht kann ich sagen, daß ich befürchte, an meinen nicht vorhandenen Freunden zum großen Teil selbst Schuld zu sein. Warum ich schon seit Kindheit keine echten Freundschaften eingegangen bin? Ich schreibe es sehr stark meiner Erkrankung zu, auch wenn es vielleicht eine Schutzbehauptung ist. Aber Freundschaften sind auch als Kranker möglich. Schade, das ich das erst so spät eingesehen habe.

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  6. binesfotoblog schreibt:

    Liebe Silvana, Du bist nicht zu krank für Freundschaften. Wahre Freundschaften sind immer selten und es zeigt sich erst in Krisenzeiten, wer es ernst mit einem meint und wer nicht. Du bist vollkommen okay!!! Es ist diese oberflächliche Gesellschaft! Ich wünsche Dir alles Liebe, viel Kraft und liebe Menschen in Deinem Leben. Viele Grüße Bine. 🌸💜

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  7. echtmaljetzt schreibt:

    „Gute Freunde in der Not, gehen ein Dutzend auf ein Lot“ – so (oder ähnlich) lautet eine Volksweisheit und ist damit natürlich nicht wahr. Ich habe einen Freund, den ich schon seit mehr als 30 Jahren kenne, zwei andere kenne ich immerhin schon 15 Jahre. Die meisten Menschen kommen und gehen – Lebensabschnittsfreunde. Ich bin nicht (mehr) „böse“ oder traurig, wenn jemand mein Leben verlässt – ich habe auch genug Leben verlassen und sicher nicht immer im passendsten Moment. Auch Grade wie „Freunde, nähere Bekannte, fernere Bekannte“ usw. mache ich nicht mehr. Ich brauche immer ein plastisches Bild und darum betrachte ich die Menschen um mich herum wie in einem Garten: Von Monat zu Monat blühen eben andere Blumen, tragen andere Bäume Früchte. (Naja, auch nicht mehr als ein Klischee, nicht wahr?) Ich weiß nicht, ob ich nicht auch „zu krank für Freunde bin“, aber in meiner Therapie habe ich gelernt, dass es darauf eigentlich auch nicht ankommt: Wenn nach all den Jahren – und Krisen – immerhin 3 übrig geblieben sind, dann reicht mir das; und ich beginne, den Menschen, zu misstrauen, die von ihren vielen Freunden und ihrem großen Bekanntenkreis reden, denn das ist für mich inzwischen krank. 😉

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  8. rosabluete schreibt:

    Wieder ein toller Beitrag. Ja , echte Freunde zu finden ist schwer. Freunde zu finden die Verständnis haben, die für einen da sind und die einem selbst nicht zu „anstrengend“ sind. Einen gesunden Weg Freundschaft zu finden ist vllt auch noch eine Herausforderung für sich.. Ich hab auch nur wenig enge Freunde, bin auch eher für mich und verstehe alleine Besonderheiten sehr gut. Ich bin ebenso anstrengend, launisch und eine Spontan-Absagerin. „Echte Freunde sind die, die dich kennen, und trotzdem mögen“ -besondere Schätze

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  9. marcoskurse schreibt:

    Hallo, ich muss schon sagen Du hast wirklich großen Mut, so über Dich zu schreiben. Das finde ich toll. Lass Dir von niemanden sagen das Du etwas nicht erreichen kannst, vor allem: Das wichtigste hast Du sowieso schon erreich, Dich zu öffnen, das ist der beste Weg. Lass Dich nicht enttäuschen, handel klug. Ich persönlich blogge auch in dem Bereich, anderen zu helfen, vor allem auch OHNE dafür etwas zu verlangen. Ich empfehle Dir noch die Fotografie anzugehen, das macht Spaß und lenkt ab, auf schöne Dinge. Ich gehe gerne auf die Natur ein. Halte die Natur fest, wer weiß vielleicht hilft Dir das auch! Danke für Deinen Mut. Ich denke an jemanden, den ich kenne, er hat durch eine schwere Depression selbst viele weitere Dinge getan, die nicht so gut für Ihn sind, es wurde immer schlimmer. Spielsucht und viele weiteren Suchten, … auch etwas Internetsucht, er kahm nicht mehr davon weg. Aber jetzt nach über 10 Jahren, schafft er es so langsam Fuss zu fassen. Ihm helfen verschiedene Interessen, die er schon immer hatte, aber leider nur sehr tief in Ihm verborgen. Er braucht etwas Erfolg und einen Anschubser, damit er damit weiter macht. Ihm gefällt es anderen zu helfen und glücklich zu machen und zu sehen. Mal sehen, ob er es schafft mit allen anderen gemeinsam, diese Welt und vor allem all die Menschen etwas friedlicher zu machen, damit sie alle nicht mehr so feindseelig aufeinander sind. Ich weißt nur eins: Du bist es wert und alle anderen, das wir uns gemeinsam aus dem Negativen herausziehen. Gemeinsam sind wir stark, Du wirst es aber auch alleine schaffen, wenn Du gemeinsam nicht möchtest. Danke für Deinen Blog und Deine Ehrlichkeit! Liebe Grüße.

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  10. Klabauterfrau schreibt:

    zu früh geklickt😆
    ich finde es toll und es freut mich,daß du 4 gute Freunde hast auf die du dich verlassen kannst. Es gibt nichts schlimmeres wie Freunde,die schon wegen einer Lappalie sich zurück ziehen. Habe es ein paar mal selbst erlebt. Auf die kann und muss man einfach verzichten….Tolle Ostern🐰

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  11. Ben Froehlich schreibt:

    4 Freundschaften. Damit sollte dein Zweifel eigentlich gezügelt sein, aber dieser gehört nun einfach zu dir. Ich kenne unzählige Leute und mir wird oft nachgesagt, dass ich ein unheimlich kommunikativer Mensch bin (interessanterweise habe ich oft das Gefühl, dass es genau andersherum ist). Es gibt aber nur eine handvoll guter Freunde. Menschen, um die ich mich kümmere und die sich um mich kümmern. Wir lassen füreinander alles liegen. Mehr als eine handvoll geht aber gar nicht. Dafür fehlt die Zeit. Denn auch wenn nicht jede dieser Freundschaften täglich gelebt wird, so hat jede ihren Zeitraum. Es braucht Aufmerksamkeit und Liebe. So merkwürdig es klingt, aber durch die Zeit scheinen mir auch Aufmerksamkeit und Liebe eine gewisse Begrenzung erhalten zu haben. Für diese handvoll Menschen finde ich die Zeit ohne Stress oder ein Druckgefühl. Wären es mehr, so würde es mich erschlagen. Du hast vier gute Freundschaften. Mehr ist vielleicht gar nicht möglich. Nicht für dich, nicht für mich, vielleicht für niemanden.
    Ben

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  12. Reiner schreibt:

    Liebe Silvana, Du hast Dir deine Frage ja schon selbst beantwortet 🙂
    Niemand ist „zu krank“, um Freunde zu haben. Wobei es auch darauf ankommt, was man darunter versteht. Gleiches sucht und findet stets Gleiches. Bedürftig also oft zu bedürftig, abhängig oft zu abhängig.
    Aber auch: Menschen, die auf dem Wege ihrer Genesung sind, finden ihresgleichen. Menschen, die ihr Schicksal, ihr Leid nicht mehr einfach nur hinnehmen, verdrängen oder betäuben wollten, sondern sich dem unter Schmerzen und bewusst gestellt haben, um an Körper, Geist, und Seele gesund zu werden.
    Selbst habe ich viele Menschen aus meinem ehemaligen Freundes- und Bekanntenkreis losgelassen, weil es schlicht nicht mehr passte. Wenn einer weiter geht und andere stehen bleiben, entsteht eben Distanz. Andererseits wollen kontakte auch gepflegt werden, oder besser, mit Leben erfüllt werden. Das fällt mir ebenso schwer, weil der Alltag mir viel Kraft kostet, leider.
    Die besten Zeilen seit langen dazu habe ich neulich rebloggt, HIER
    Grüße!

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  13. greenconnected schreibt:

    Liebe Silvana,
    ich hab irgendwie ganz viele Gedanken dazu, mal gucken, ob ich sie geordnet bekomme. Die Angst zu belastend für Freunde zu sein kenne ich auch gut, und ich versuche da immer das Wort „krank“ wegzulassen. Viele Menschen sagen mir oft, ich solle mir doch Menschen suchen, die gesund sind und keine Probleme habe, weil es nicht gut tut, wenn man so in diesem Dunstkreis von „Problem-Feunden“ steckt.
    Und genau da fängt dann diese Trennung zwischen gesund und krank an, die ich nicht mag. Ich kenne viele „gesunde“ Menschen, deren Freundschaft mit nicht gut tun würde, einfach weil auch gesunde Menschen Eigenschaften an sich haben können, die nicht gut tun. Ich kenne auch viele kranke Menschen, die mir nicht gut tun, weil sie in ihrem Kranksein aufgehen und nur das Thema ist. Und meine engsten Freunde sind .. ich muss gerade mal nachdenken, ja doch, viele.. krank, offiziell, mit Diagnose und allem. Und das ist aber nur Nebensache, weil das nicht die Basis ist und nicht unsere Freundschaft bestimmt. Was ich sagen will: Jeder Mensch hat ja Dinge an sich, die andere Menschen belasten können: Für mich zählt da der Umgang damit.
    Wenn ich zum Beispiel so suizidal bin, dass ich für nichts mehr garantieren kann, dann fahre ich nicht zu Freunden (denn das wäre zu belastend, außer mal für 1, 2 Nächte ), sondern in die Klinik – und da wissen meine Freunde dann: Ich übernehme Verantwortung für mich.
    Sicher sind manche Sachen schwieriger und es ist nicht immer alles lustig, es gibt Dinge, die man eben nicht so einfach machen kann wie mit gesunden Freunden, aber richtige Freunde, die sehen mich als Menschen

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  14. Reni´s Odds and Sods schreibt:

    Liebe Silvana,
    ich denke du kannst dich glücklich schätzen, dass du vier richtig gute Freunde hast. Das hat nämlich noch längst nicht jeder. Man kann einen großen Bekanntenkreis haben, aber richtig gute Freunde kann man an einer Hand abzählen. Außerdem hat man doch gar nicht die Zeit einen größeren Freundeskreis zu pflegen.
    Alles Liebe
    Reni

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  15. Tempest schreibt:

    Dass dich von allen Freunden nur eine einzige besucht hat und die anderen den Kontakt abgebrochen haben, tut mir sehr leid zu lesen und ich finde das echt traurig. Das bestätigt, was ich öfter denke: Dass man anscheinend leider immer noch abgestempelt wird und sich viele nicht mit psychisch Erkrankten befassen wollen. Und dass deshalb viele Menschen ihre Probleme verschweigen.Und den Eindruck bekommen, mit einer Erkrankung seien sie nicht liebenswert. Aber nun weißt du ja, auf wen du wirklich zählen kannst und das ist einiges wert.
    Es muss in der Gesellschaft noch viel getan werden. Ordentliche Aufklärung statt Klischeeverbreitung, die Vorurteile schüren.

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  16. wibstet schreibt:

    Zu krank für Freunde? Denke das geht nur wenn man wirklich todkrank ist uns sein Umfeld nicht damit belasten möchte.
    Ansonsten sind eine Hand voll wirklicher Freunde besser, als viele falsche Freunde.
    Ich bin leider gerade dabei heraus zu finden wer meine wirklichen Freunde sind. Ist nicht einfach, aber danach weiß ich wo ich bei einigen von ihnen dran bin.
    LG
    Wibi

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  17. Jan Thomsen schreibt:

    Das meiste wurde in den anderen Kommentaren ja schon gesagt.Also zumindest von dem was ich aufgreifen wollte 😉
    Einen anderen Gedanken hab ich allerdings noch.
    Wenn ich höre „Ich kann damit nicht umgehen“ heißt das für mich eher „Ich habe keine Lust mich damit auseinanderzusetzen“ oder anders: Mir ist es die Energie nicht wert, die ich dafür investieren muss.
    Klingt hart, ist es auch. Bevor du nun aber dir selbst Vorwürfe machst, lass es. 😉
    Es spricht nicht gegen dich, sondern gegen besagte FreundIn.
    Gute-Laune-Freunde findet man wie Wasser im Atlantik. Wirkliche Freunde die da sind wenn man sie braucht sind wirklich selten.
    Kontakte mit mir sind auch eher so phasenweise intensiv. Wenn das allerdings von beiden Seiten akzeptiert ist. ist das auch kein Problem. Dann macht man eben nach 5 Monaten da weiter, wo man zuletzt aufgehört hat.
    Mir fällt da gerade ein, ich sollte mal wieder jemanden anrufen. 😉
    Bis später

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  18. Kim schreibt:

    Ich finde diesen Beitrag so unglaublich toll! Ich selber habe auch nach einer (physischen) längeren Erkrankung erfahren, wer wirklich an mir und meiner Person interessiert war, und was sogenannte „Spaß-Freunde“ sind, die mich nur mögen, wenn es mir gut geht und alles super ist. Ich denke auch, dass 4 echte und intensive Freundschaften bei denen man sich wohl fühlt und vertrauen kann mehr sind, als viele Menschen da draußen haben. Da bei den meisten die Freundschaften einfach noch nicht so extrem auf die Probe gestellt wurden. So kannst du dich umso glücklicher schätzen. 🙂

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  19. meeyuu schreibt:

    Ich bin überwältigt – deine Gedankengänge, das Thema. Ich fühle mit dir und deine Einstellung hierzu ist genau die Richtige. Freundschaft ist so wichtig, dass man dazu nie zu „krank“ oder „anders“ sein kann.
    Fühl dich gedrückt!

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  20. DER FÜNFERLPRINZ einestimmesuchtandere schreibt:

    hallo,
    mir gefallen Worte wie destruktiv oder asozial in dem Zusammenhang gar nicht.
    Eine Gefühlsstörung entsteht ja, meistens als Schutz, der Umgang mit Beziehungen unterliegt dann Ängsten von Verlust, Verrat, Macht und Kontrolle,
    Flucht hilft zumindest aus einzelnen Situationen, und sonst gibt es viel zu tun in Bezug auf die eigene Geschichte, und aus der heraus, handle zumindest ich manchmal so, dass auch Freunde es schwer haben, es zu verstehen oder nachzuvollziehen,
    Offenheit und Vertrauen sind sehr schwer zu leben.
    Herzliche Grüsse

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  21. JG schreibt:

    Emotional sieht es an manchen Tagen anders aus. Da überwiegen die Zweifel, Ängste und Sorgen.
    Ich bin wie ich bin und es gibt Menschen, die mich so annehmen und lieben. Nicht viele, aber es gibt sie!
    Genau :)…mit Deinen Worten!
    ich finde die Situation grausig, wenn ich bedenke, dass die Verletzungen ja gerade „in-Beziehungen“ entstanden sind, so dürften sie „in-diesen“ letztlich auch ihre Veranderung erfahren, das wünsche ich Dir, uns.. LG und Danke, joerg

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  22. ChaosMama schreibt:

    Ich habe nicht alle Kommentare gelesen, daher tut es mir leid, wenn ich jetzt was wiederhole… Man braucht keinen großen Freundeskreis. Und wenn man einen einzigen Menschen hat, auf den man sich 100%ig verlassen kann, dann ist das doch genug. Und wenn man sich mal lange nicht meldet, dann ist das so. Solange die Freundschaft nicht einseitig ist, ist doch alles ok. Und du hast 4 richtige Freunde gefunden. Damit geht es dir viel besser, als manch anderen der seine engsten 300 Freunde auf Facebook hat und wenn er Hilfe braucht, plötzlich keine Antwort mehr erhält.

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