Stimme aus dem Off

Liebe Leser,

fast drei Wochen ist es her, dass ich das letzte Mal einen Beitrag veröffentlicht habe.

Ich fühle mich nicht gut dabei.

Es ist kein Tag vergangen, an dem ich nicht schreiben wollte, doch ich konnte einfach nicht. Mir haben die Ideen gefehlt und ich war einfach nicht dazu in der Lage.

In den letzten Wochen irre ich so durch mein Leben und bin so weit entfernt von mir, wie schon lange nicht mehr. Es ist als würde ich einen steilen, rutschigen Berg hinaufsteigen und habe das falsche Schuhwerk an. Ich rutsche ständig aus und verletze mich dabei. Bei jedem Sturz bricht ein anderer Knochen von mir. Oft war ich kurz davor aufzugeben und den Berg wieder hinab zu steigen. Doch auch das Hinuntersteigen ist nicht so einfach, wie ich dachte. Meine Familie, meine Freunde, Kollegen und etwas tief in mir halten mich davon ab, zu kapitulieren.

Ich weiß nicht genau, wie und wann es anfing, dass allmählich alles aus den Fugen geriet, doch ich habe gemerkt, dass etwas nicht stimmt. Ich habe vieles vernachlässigt, unter anderem das Schreiben.

Ich habe Enttäuschungen durch mein Verhalten quasi herauf beschworen und bin blind in viele Kreissägen gerannt.

Ich habe nicht auf mich aufgepasst und bin mit jedem Schritt ein Stück mehr vor mir davon gelaufen.

Ich schäme mich, dies so offen zu schreiben, denn in fast all meinen Texten habe ich eine Lösung oder zumindest einen Ansatz, wie ich mit meinen Problemen umgehen soll. Ich habe ein souveränes und taffes Bild von mir entstehen lassen und wahrscheinlich gibt es diese Persönlichkeitsanteile auch in mir.

Jedoch muss ich nun gestehen: Ich habe keine Ahnung, was ich tun soll! Ich weiß nicht, wie ich wieder zu mir finde. Ich weiß nicht, wie ich mit all den Enttäuschungen umgehen soll und ich weiß nicht, wie ich die Bilder in meinem Kopf vertreibe. Ich bin ratlos. Nein…Ich bin hilflos! Ich habe Angst!

Ich möchte einfach wieder eine Nacht durchschlafen. Ich möchte mich wieder spüren. Ich möchte wieder klar sehen.

Ich möchte zu mir selbst zurück.

Danke.

Eure Silvana

 

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45 Gedanken zu “Stimme aus dem Off

  1. donking1977 schreibt:

    Ich kenne diese Situation nur zu gut! Ich stecke nämlich ebenfalls an einem Punkt im Leben fest, wo ich nicht weiß, wohin es gehen soll. Am liebsten wäre mir endlich los lassen zu können… Frei von dem ganzen Ballast was sich mein Leben nennt. Auch bei mir gibt es Leute die mich daran hindern. Nur die wenigsten wissen, wie schwer so ein Anstieg ist und wie viel Kraft das kostet…

    Ich hoffe für dich, dass du bald Hilfe bekommst, oder dich für eine Seite entscheidest.

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  2. nilibine70 schreibt:

    Liebe Silvana!
    Ich denke, helfen kann ich Dir nicht, vielleicht einen kleinen Anker hinwerfen? Ich weiß es wirklich nicht… Aber ich kenne dieses Gefühl, wie Du es beschreibst. Auch, dass man sich manchmal wirklich einfach fallen lassen, alles aufgeben mag. Doch mittlerweile glaube ich, dass das ein Hilfeschrei, ein Aufbegehren ist.

    Lass Dir Zeit. Die brauchst Du nämlich. Zeit, Dich nicht selbst unter Druck zu setzen. Stelle keine Erwartungen an Dich und irgendwann fühlst Du Dich auch wieder. Ich bin davon überzeugt!

    Fühl Dich gedrückt!

    Sabine

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  3. brandy99 schreibt:

    Nicht das was du schreibst gefällt mir, aber deine Offenheit, die zumindest ein kleiner Schritt in die richtige Richtung ist. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt. Wenn’s denn so einfach wär. Aber ich drücke dir die Daumen und wünsche dir viel Erfolg beim Herausfinden aus dem tiefen Loch.

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  4. Matthias von Breimann schreibt:

    Ich wünsche dir alles Gute!
    Deswegen braucht man sich nicht zu schämen. Es zeugt von größter Kraft so etwas zu sagen und manchmal ist es eben gerade dass, was hilft. Ein symbolischer Schlußstrich, zu sich selbst finden und wenn man bemerkt, es geht wieder, ganz von vorne mit neuer Energie durchstarten!
    Lg Matthias 🙂

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  5. decordoba1 schreibt:

    Es könnte ein Mangel an Vitamin D3 daran beteiligt sein. Die Tage werden kürzer und die Sonne hat nicht mehr viel Wirkung. Es wäre einen Versuch wert, Vitamin D3 Kapseln zu nehmen. Eine tägliche Dosis von 50 Mikrogram ist gerade richtig. Bekommt man in der Apotheke (zu beachten: eine niedrige Dosierung bringt fast nichts).

    Normalerweise tritt mit D3 innerhalb von 2 Wochen eine Besserung ein. Wenn die Beschwerden andauern, musst du zum Psychologen (Facharzt Psychiatrie).

    Vergleich: Ich nehme das ganze Jahr über täglich gut 50 Mikrogramm D3 – und es geht mir relativ gut, seit ich das einnehme. (Im Sommer wäre es eigentlich nicht notwendig).

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  6. agnes p. schreibt:

    Liebe Silvana,
    Du musst Dich nicht schämen, Du musst nicht immer alles wissen, Du musst nicht immer Optimismus verbreiten. Du bist nicht an irgendetwas „schuld“, hast niemanden enttäuscht – schon gar nicht uns, Deine Leser. Rückschritte gehören leider dazu und Du hast Dich schon einmal am eigenen Schopfe daran herausgezogen – Du wirst es wenn nötig noch ein zweites oder drittes Mal schaffen.
    Ich glaube an Dich!
    Viel Kraft und alles Liebe
    Agnes

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  7. Luise Kakadu schreibt:

    Liebe Silvana,
    als ich dich hier las, kam mir vieles bekannt vor.
    Dieses Zappeln, weil man nicht weiß, wohin.
    Das Sich-wehren; Rufen; Hampeln…
    Das Müssen, Sollen und das Dringende.

    Ich bin auch so ein Typ – erst mal kopflos überhaupt irgendwas machen.
    Irgendwas.
    Das kostet unsagbar viel Kraft; verbraucht dich leer; hilft überhaupt nichts; macht völlig panisch.

    Irgendwann dachte ich, vielleicht will es nur anerkannt werden.
    Gefühlt.
    Bewußt.
    Und man braucht lediglich Ruhe zu bewahren, sich gemütlich hinsetzen und diese Zeit Zeit sein lassen.

    Es kommt dann auch wieder jene Zeit, die dich los schickt und dir sagt, wohin es geht.
    Es gibt mehrere Wege den Berg hinauf.
    Einfach „nur stur geradeaus hoch“ muß nicht der beste sein; nicht DEIN Weg.
    Vielleicht brauchst Du gewisse Schlenker; Richtungswechsel und Aussichtsplattformen zur Rast.
    Mit Gewalt, Sturheit und Selbstzwang ist nichts gewonnen.
    Nutze die Zeit der Tatenlosigkeit, um zur Ruhe und Kraft zu kommen; in dich zu hören; anstatt dagegen zu kämpfen und Kraft zu vergeuden.
    Deine Seele wird es dir gewißlich weisen.
    Herzliche Grüße, Luise

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  8. Reiner schreibt:

    Liebe Silvana. Du bist hier niemanden Rechenschaft schuldig. Mal ist Zeit zu schreiben und mal eben nicht. Zeit zum sammeln ist genau so wichtig.

    Und – das Wesen des Bloggens. Selbstdarstellung. Oder besser, die Präsentation der eigenen Sonnenseiten, des eigenen Idealbildes. Das ist alles echt, aber eben unvollständig, derweil oft der Schatten fehlt. Das darf er auch 😉 Ein(e) jede(r) entscheidet immer wieder neu, was genau er/sie von sich preisgeben möchte.

    Du machst alles richtig.

    Die dunkle Jahreszeit? Selbst nutze ich jede Möglichkeit, Tageslicht und Luft zu genießen, auch, wenn es regnet.

    Grüße & das Du dich besser fühlen magst.

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  9. Ball-küsst-Rasen schreibt:

    Keine Krise hält ewig. Irgendwann ziehen auch die dunkelsten Wolken weiter. Denke daran, dass jeder mal solche Phasen durchlebt. Die meisten sprechen nur nicht darüber. Versuche dich auf die Dinge zu konzentrieren, die dich glücklich machen und halte vom Rest eine Zeit lang abstand, dann kommen die Sonnenstrahlen auch wieder zurück.

    Gefällt 2 Personen

  10. Der Emil schreibt:

    Vielen Dank für Deine Offenheit.

    Als es mir vor Jahren so ging, begann ich mit dem Schreiben. Für einen Monat täglich einen Text, das muß doch wenigstens machbar sein … Und nun blogge ich das sechste Jahr, täglich, egal wieviel, egal wie schwer es mir fällt. Das Bloggen war und ist mein Geländer, an dem ich mich durchs Leben hangelte und manchmal noch hangele, meine eigene Therapie für mich … Manchmal mach(t)e ich fehlende Ideen durch alte Notizen, Zitate aus Büchern usw. wett, manchmal schrieb ich einfach über fehlende Ideen …

    Auch Du wirst einen Weg finden, der Dich in ruhigeres Fahrwasser gelangen läßt, in sichereres mit weniger Untiefen — oder eben auf einen Weg, der mehr Halt bietet. Daran darfst Du getrost glauben und danach wirst Du irgendwann auch suchen und ihn sicher finden.

    Ich wünsche Dir viel Erfolg dabei.

    Gefällt 5 Personen

  11. wolkenbeobachterin schreibt:

    Liebe S.,
    manchmal kann man nichts schreiben, das kenne ich auch. Das ist in Ordnung, es ist okay, ich denke, das geht den meisten von uns hin und wieder so. Manchmal muss man eben verdauen, verarbeiten, das gibt wieder „neues Futter“ für die kommenden Zeiten und Themen. Ein neuer Weg muss nach und nach gepflastert werden, das braucht eben Zeit. Jetzt ist Herbst, da wird eh alles ruhiger, innen und außen, eine gute Zeit, um sich zu sammeln und wieder zu Kräften zu kommen.
    Alles Liebe von der Beobachterin

    Gefällt 2 Personen

  12. Dieter schreibt:

    Ein kleiner Lichtblick finde ich, ist es schon, wenn man sich überwinden kann, darüber zu schreiben.

    Mir ging es ähnlich, als ich mit dem Bloggen anfing, zuerst nur alle paar Tage und dann wurde es schon fast zu einer Sucht. Die jedoch neue Energie und Kraft brachte.

    Wünsche das es Dir auch etwas hilft vorwärts zu schauen und drücke dafür meine Daumen.

    VG Dieter

    Gefällt 1 Person

  13. Sandra Klimm schreibt:

    Weil ich das gerade mit dem Vitamin D Mangel las schreibe ich dir das hier: Ich war monatelang depressiv und hatte auch körperliche Schmerzen, vor allen Dingen in den Beinen. Ich schlief jede Nacht spät ein und nur 1 – 4 Stunden. Im Blutbild sah man erstmal nichts, bis auf das die roten Blutkörperchen (Werte für Volumen und Menge) absolut grenzwertig waren. Mein Mann bestand auf die Bestimmung des Ferritinwertes (Eisenspeicher). Und der war ratzeputze leer. Ein leerer Eisenspeicher kann zu Schmerzen in den Beinen, argen Schlafproblemen UND Eisenmangeldrepression führen. Ich nehme jetzt seid 5 Wochen jeden Abend 50mg Eisen und schon nach wenigen Tagen war mir als wäre nie was gewesen. Keine Schmerzen, keine Depression… Jetzt ist mein Speicher leicht gefüllt und ich nehme jeden zweiten Tag Eisen. Manchmal spielen Dinge auch ineinander. Dass ich zusätzlich vielleicht noch etwas depressiv wurde, ist ja auch klar, wenn man sich nur noch wie ein Kackhaufen fühlt. Ich wünsche dir alles alles Liebe und Gottes fetten Segen. Ich denk an dich, Sandra

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  14. Home is where the boys are schreibt:

    Liebe Silvana, das ganze Leben ist eine Reise und es geht immer auf und ab. Und nach dem Gipfel kommt wieder ein Tal bevor es erneut aufwärts gehen kann. Es ist einfach so. Aber es ist wichtig, dass du weiter gehst. Eventuell haben wir nur dieses eine Leben. Ist es nicht viel schöner, sich trotz der Angst hineinzustürzen anstatt es abzusitzen. Du bist so mutig über deine Angst zu schreiben. Das tut vielen gut, die es still aushalten. Ich glaube, dass Schreiben kann eine gute Hilfe sein. Es gibt hier so viele Menschen, darunter auch ich, die dir das Allerbeste wünschen, vor allem Kraft, deinen Weg zu gehen. Silvana, du bist nicht allein.

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  15. irreseinhorn schreibt:

    „Wir waren in Prag, Paris und Wien, der Bretagne und Berlin
    Aber nicht in Kopenhagen
    Du hast dich oft gefragt, was mich zerreißt
    Und ich hab‘ aufgehört, mich das zu fragen.“

    Ich weiß nicht, wie ich wieder zu mir finde.

    Ich gehe dann ja dahin, wo ich halt immer gerne war. Welcher Ort das auch immer sein mag für den Einzelnen. Dann treffe ich mich da manchmal und kann dem verzweifelten Idioten Fragen stellen. Das hat sich schon oft als nützlich erwiesen.

    Das Einhorn drückt die Hufe.

    P.S.: Niemals dafür entschuldigen, daß Du Du bist.

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  16. meinlebenundich79 schreibt:

    Ich kenne das Gefühl. Und mein Rat ist, sicher hast du ihn schon x mal gehört, dir eine/n gute/n Therapeut/in zu suchen. Ohne professionelle Hilfe hätte ich es nicht geschafft. Und viele Beispiele um mich herum zeigen, dass die meisten es nicht alleine schaffen. Eine Reha kann auch gut tun. Bis dahin viel Bewegung an frischer Luft, versuchen unter Menschen zu sein, die dich akzeptieren, wie du bist, wo du dich nicht verstellen musst. Ich habe monatelang nicht schlafen können… Das macht einen fertig. Mir hat ein leichtes Antidepressiva geholfen. Wollte ich zig Jahre lang nicht nehmen, habe mich geweigert. Am Ende dachte ich, warum habe ich es mir all die Jahre so schwer gemacht? Es hat mir sehr geholfen.
    Viel Kraft für dich!

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