Die Würde des Menschen ist unantastbar.

Jeder hat diesen Satz schon gehört und weiß, dass es der erste Artikel unseres Grundgesetzes ist.

Doch was ist Würde? Fast alle wissen, was gemeint ist aber kaum jemand kann es erklären. Woraus besteht sie, wie entsteht sie?

Mir persönlich fällt es unheimlich schwer in Worte zu fassen, was genau Würde ist.

Meiner Meinung nach ist Würde etwas, was tief in uns verankert ist und unseren individuellen Wert als Mensch ausmacht. Unsere Würde  verleiht uns Einzigartigkeit, Unverwechselbarkeit und Wertigkeit. Würde hat etwas mit Ethik und Moral zu tun. Wenn wir jemanden oder etwas würdevoll behandeln, machen wir dies ethisch und moralisch korrekt.

Würde ist abstrakt, aber ist sie deswegen automatisch unantastbar?

Dass unsere Würde wirklich unantastbar sein soll, kann ich so nicht unterschreiben. Es gibt viele Situationen, in denen an unserer Würde gekratzt wird.

Würde ist stark mit Respekt verbunden. Jemanden zu würdigen, heißt auch ihn zu respektieren.

Bei jeder respektlosen Handlung von außen, wird unsere Würde entwertet und angetastet.

Was ist mit Gewaltverbrechen an Menschen? Natürlich verlieren die Opfer objektiv gesehen nicht ihre Wertigkeit als Menschen, aber wie sieht es in ihnen aus? Jedes Opfer wird bestätigen, dass seine Würde angetastet, missbraucht oder gar gestohlen wurde. Und darum geht es. Die Würde eines Menschen ist sein innerer Wert, den es zu schützen gilt. Sie sollte unantastbar bleiben und dies versucht der Staat durch seine Gesetze zu gewährleisten.

Dass die Würde eines Menschen von vorneherein unantastbar sei, halte ich also für einen Trugschluss.

Auch durch eigene Handlungen können wir ein Teil unserer Würde verlieren, nämlich dann, wenn wir selber zu Tätern werden. Wenn wir unsere eigenen Wertvorstellungen und die anderer missachten und den Respekt vor uns und unserer Umgebung verlieren.  Hier spricht man von Entwürdigung.

Wie oben schon beschrieben, ist die Menschenwürde ein veränderlicher Teil von uns und kein feststehender Wert. Man kann ein Stück von ihr verlieren, aber auch wieder dazu gewinnen.

Wir müssen uns erst selbst zu würdigen wissen, damit wir andere in der Form würdigen können, wie sie es verdienen.

Lasst euch eure Würde von niemanden nehmen! Schützt sie, wie einen wertvollen Schatz!

Danke.

Eure Silvana

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15 Gedanken zu “Die Würde des Menschen ist unantastbar.

  1. Lucky Polo schreibt:

    Verfassungen/(Grund)Gesetze sind immer so im Präsens formuliert, also gleichsam affirmativ. (Funktion: „So soll es sein. Amen/Basta.“) Und der zweite Satz des Art. 1 GG sei außerdem um der Vollständigkeit willen noch hinzugefügt: „(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“

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  2. Stephanie Jaeckel schreibt:

    Ich denke, dass das Grundgesetz keine Wahrheiten verbreitet, sondern Regeln und Ziele, die sich unser Staat setzt. Wenn die Würde unantastbar ist, bedeutet dies eine Warnung an diejenigen, die anderen zu nah auf die Pelle rücken wollen, ihnen ihre Würde nehmen wollen oder sogar ihr Leben. Der Staat verpflichtet sich, in diesem Fall einzuschreiten. Ich selbst denke, dass ich selbst als Opfer meine Würde behalte. Auch wenn das ein enormer Drahtseilakt ist. Mir kann niemand meine Würde nehmen. Deshalb halte auch ich sie für unantastbar. Dass der Schlüsse für die eigene Würde das Respektieren anderer ist, hast Du sehr schön geschrieben. Denn wer sich selbst nicht würdigt, wird auch anderen keine Wertschätzung entgegen bringen.

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  3. Reiner schreibt:

    Die Würde des Menschen ist definitiv antastbar, auch, wenn die Väter unseres Grundgesetzes, das unter dem Schock der Erfahrungen im „dritten Reich“ als Ziel festgeschrieben haben.

    Ein jeder kann viel tun, die eigene Würde zu schützen. So zum Beispiel mich nicht aus das Niveau derer zu begeben, die meine Würde verletzen wollen. Oder anders gesagt, meine Würde nicht selbst verletzen. Dabei muss man sich nicht als Schaf auf der Schlachtbank fühlen, kann durchaus wehrhaft bleiben.

    Lieben Gruß!

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  4. teggytiggs schreibt:

    …ein guter Beitrag…doch ist es nicht gerade der Staat, der seine Bürger erniedrigt, wenn er ihnen Arbeitsplätze vorenthält, die ein menschenwürdiges Leben ermöglichen? …ist es nicht der Staat, der schon kleine Kinder unter Leistungsdruck setzt und somit ihr Gefühl für die eigenen Bedürfnisse verletzt? …und wie sieht es mit menschenwürdigem Wohnrau aus für jeden?

    …ich halte diesen ersten Artikel für reine Augenwischerei, für eine bunte Fassade, die die Wirklichkeit verdecken soll…

    liebe Grüße

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